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Überschrift

Ostfriesen Zeitung

Datum:

20.05.2017

Inhalt

Nachbildungen von Artefakten werden gezeigt

GESCHICHTE obw und Ostfriesische Landschaft präsentieren Ausstellung in Leer

Die Schau kann bis Anfang Juli in den Räumen der Sparkasse besichtigt werden.

LEER/DHE - Den Anstoß für die jüngste Ausstellung der Ostfriesischen Beschäftigungs- und Wohnstätten GmbH (obw) hat ein Neandertaler gegeben. Der Fund eines Artefaktes aus der Zeit von vor rund 50 000 Jahren inspirierte die Gruppe von Hobby-Archäologen zur Nachbildung historischer Gegenstände. Diese sind ab sofort in der Sparkasse in Leer zusehen. In der Einrichtung für psychisch Kranke in Leer wurden in den vergangenen Jahren etliche Nachbauten von Artefakten aus der Zeit der Neandertaler angefertigt. Darunter auch eine Replik der bekannten Himmelsscheibe von Nebra. Diese und weitere Gegenstände sind bis Anfang Juli nun in der Bank an der Mühlenstraße zu sehen. Die Ausstellung wurde zusammen mit der Ostfriesischen Landschaft initiiert. Die Auricher standen nicht nur mit Erklärungen parat, sondern präsentieren zu einigen Werken auch echte Funde in der Schau.

Die Gruppe der obw hat der heutige Leiter der Tagesstätte Tandem, Harald Akkermann, vor neun Jahren gegründet. Seitdem beschäftigen sich die Hobby-Archäologen dort mit der Vergangenheit.

Zum Start gelang damals auch gleich eine Sensation: Ein Mitglied der Gruppe erinnerte sich an einen Stein, den es vor Jahren gefunden hatte. Dieser entpuppte sich als ein „Schaber" von Neandertalern. Das war für die Ostfriesische Landschaft der Nachweis, dass die Verwandten des heutigen Menschen schon vor 50 000 Jahren in Ostfriesland waren. „Das hat uns damals einen richtigen Schub gegeben", erinnert sich Akkermann. Auch eine Nachbildung des „Schabers" ist nun in der Bank zu sehen. Allerdings wird das Original in diesem Fall nicht zum Vergleich beigelegt. „Der Sensationsfund ist zu wertvoll", erklärte Dr. Jan Kegler von der Ostfriesischen Landschaft. Ein gutes Bild kann sich der Betrachter allerdings auch durch die Nachbildung machen. Kegler ist mit der Arbeit der Gruppe zufrieden. Sie habe viel Arbeit hineingesteckt und die Prinzipien verstanden.

Neben Werkstücken sind auch Zeichnungen von Höhlenmalereien zu sehen. „Wir haben hier alles, was man bei Ausgrabungen in Ostfriesland finden kann", beschreibt Kegler. Artefakte, die nicht aus der Region stammen, sind nur durch das Schaufenster von der Straße aus zu sehen.

Die Ausstellung kann in den Räumen der Sparkasse werktags von 9 bis 13 Uhr sowie 14 bis 17 Uhr (außer mittwochs) besichtigt werden.

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