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Emder Zeitung

Datum:

09.09.2017

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Deutlich mehr Kita-Plätze nötig

Stadt plant massiven Ausbau in Friesland, Borssum und Barenburg

Emden. Die Zahlen sind noch so frisch, dass sie noch nicht bereinigt werden konnten, Doppelnennungen also noch nicht herausgefiltert sind. Dennoch hat Wolfgang Ubben, Fachdienstleiter Kinder und Familien, am Donnerstagabend im Ausschuss ein dramatisches Bild zum Betreuungsangebot der Kinder in Emden gezeichnet. Demnach liegt der Bedarf an Krippen-und Kindertagesstättenplätzen deutlich über dem vom Land errechneten Soll. Die Verwaltung will daher mit verschiedenen Trägern Verhandlungen zur Einrichtung weiterer Betreuungsgruppen aufnehmen. Unter anderem soll das städtische und zunächst für den Verkauf vorgesehene Dorfgemeinschaftshaus in Friesland entsprechend umgebaut werden.

„Unsere Einrichtungen sind voll", sagte Ubben. Aus den vor einer Woche von den Kitas gemeldeten Zahlen gehe hervor, dass etwa 180 Kinder als Nachrücker im Kindergartenbereich gekennzeichnet sind, 130 stehen auf der Warteliste für einen Krippenplatz. Halbiere man die Zahl nach Bereinigung der Doppelnennungen, blieben immer noch zu viele übrig, die einen Rechtsanspruch auf Betreuung haben. Die Stadt erfülle theoretisch das Soll im Krippenbereich nur zu 53 Prozent.

Einen Rechtsanspruch auf einen Ganztagsplatz im Kita-Bereich, also von null bis sechs Jahren, besteht dagegen nicht. „Aber der Bedarf wird auch steigen", prognostizierte Ubben. Wer die Ganztagsbetreuung brauche, werde die auch an der Schule in Anspruch nehmen müssen. Deshalb schlägt die Verwaltung vor, Räumlichkeiten in der Förderschule als dauerhafte Einrichtung für die Schulkindbetreuung einzurichten.

Weitere Maßnahmen seien die Aufnahme von Verhandlungen mit der Ostfriesischen Beschäftigungs- und Wohnstätten GmbH (obw), die eben das Dorfgemeinschaftshaus in Friesland für Krippen- und Kindergartengruppen nutzt, außerdem die obw-Kita Middenmang in Borssum erweitern könnte. Verhandelt werden soll mit der Awo, die im Kindergarten Sonnenstrahl (Ökowerk) eine weitere Krippengruppe gründen könnte. Auch der lutherische Kindertagesstättenverband denke über eine zweite Krippengruppe im Pauluskindergarten in Barenburg nach. Weitere freie Träger sollen außerdem angefragt werden.

Grund für den erhöhten Bedarf sei die Zuwanderung und die gestiegene Geburtenrate im Emder Klinikum.

Für eine konkrete Bedarfsplanung will die Verwaltung nun noch bereinigte Zahlen vorlegen. Die erste Mitteilung im Ausschuss diene zunächst nur der Sensibilisierung des Themas und der Diskussion, so Fachbereichsleiter Tom Sprengelmeyer.

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