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Überschrift

Ostfriesen-Zeitung

Datum:

09.09.2017

Inhalt

Emden fehlen Krippen- und Kindergartenplätze

BETREUUNG Die 28 Einrichtungen in der Stadt sind fast komplett belegt / Bedarf in Borssum und Barenburg ist am größten

Die Quote bei den Mädchen und Jungen unter drei Jahren liegt bei 52,6 Prozent. Der Ausbau des Angebots soll fortgesetzt werden.

EMDEN - Emden muss das Betreuungsangebot für Kleinkinder weiter ausbauen. Sowohl in den Krippen für Mädchen und Jungen unter drei Jahren als auch in den Kindergärten für Drei- bis Sechsjährige gibt es einen Mangel an Plätzen. „Wir sind mit dem Ausbau noch nicht am Ende", sagte der zuständige Fachdienstleiter Wolfgang Ubben am Donnerstag im Jugendhilfeausschuss des Rates. Weil Eltern seit 2013 einen Rechtsanspruch auf Betreuung haben, sobald ihr Kind ein Jahr alt ist, wächst der Druck auf die Stadt.

Während die Zahl der Kinder unter drei Jahren unter anderem durch Zuwanderungen von Flüchtlingen steige, sei sie bei den Drei- bis Sechsjährigen hingegen konstant, so Ubben.

Nach seinen Angaben sind derzeit alle 448 Plätze für unter Dreijährige in den 28 Kinderkrippen und altersgemischten Gruppen in Emden belegt. Hinzu kommen 35 Mädchen und Jungen in der öffentlich geförderten Tagespflege. Auf Wartelisten standen zum 1. August dieses Jahres 129 Mädchen und Jungen, wobei in dieser Zahl auch Doppelmeldungen enthalten sein können. Die Betreuungsquote für Mädchen und Jungen unter drei Jahren liegt derzeit bei 52,61 Prozent. Legt man die Zahl von 918 Kindern in dieser Altersgruppe (Stand 31. Dezember 2016) zugrunde, gibt es 435 Plätze zu wenig.

Bei den Kindergärten ist die Lücke zwar nicht ganz so groß, die Lage ist aber ebenfalls angespannt. Von den rechnerisch insgesamt 1431 Plätzen in 28 Einrichtungen sind 1411 belegt. Insgesamt 178 Drei- bis Sechsjährige stehen auf Wartelisten. Die Nachfrage in den Stadtteilen Borssum und Barenburg sei besonders groß, sagte der Fachdienstleiter.

Er empfahl zumindest eine Umverteilung bestehender Kindergartenplätze. Angesichts der jüngsten Zahlen hält er aber auch zusätzliche Angebote für erforderlich.

Als eine Möglichkeit nannte Ubben die Einrichtung von Krippen- und Kindergartengruppen im Dorfgemeinschaftshaus in Friesland, das seit geraumer Zeit leer steht. Darüber will die Stadt mit der Ostfriesischen Beschäftigungs- und Wohnstätten GmbH (obw) als potenziellem Träger ebenso verhandeln wie über den Anbau einer weiteren Krippengruppe im Kinnerhuus Middenmang der obw in Borssum.

Zudem will die Stadt Verhandlungen mit der Arbeiterwohlfahrt (Awo) über die Schaffung einer zusätzlichen Kindergartengruppe im Kindergarten Sonnenstrahl im Ökowerk in Borssum aufnehmen. Laut Ubben gibt es auch Überlegungen des lutherischen Kindertagesstättenverbandes Emden-Leer-Rhauderfehn, ein zweite Krippengruppe im Barenburger Paulus-Kindergarten zu schaffen.

„Noch ein bisschen Reserven" gibt es laut Wolfgang Ubben in den Horten für sechs- bis 14-jährige Schulkinder. 132 von insgesamt 148 Plätzen seien besetzt. Ausgebaut werden müsse aber die verlässliche Betreuung von Schulkindern nach dem Besuch der Ganztagsschule. „Kinder, die im Kindergarten einen Ganztagsplatz benötigt haben, werden diesen auch in der Schule benötigen", sagte er. Für die Schulkindbetreuung böten sich freie Räume in der Förderschule an.

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