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15. Oktober 2026

Schichtwechsel 2026 bei der obw: 20 Menschen entdecken neue Arbeitswelten

Schichtwechsel 2026 bei der obw: 20 Menschen entdecken neue Arbeitswelten

Vom Kundenservice in die Montage und Verpackung, vom Garten- und Landschaftsbau ins Elektrohandwerk und vom Sanitätshaus in die Werkstatt: Beim Schichtwechsel 2026 haben 20 Menschen aus Emden und Umgebung ihren Arbeitsplatz für einen Tag getauscht. Für die obw war es die vierte Teilnahme am bundesweiten Aktionstag und die bislang größte.

Elf Beschäftigte der obw lernten am 24. September Unternehmen und öffentliche Einrichtungen kennen. Neun Gäste arbeiteten im Gegenzug in den vielfältigen Bereichen der obw mit. Sie stellten Fragen, probierten Tätigkeiten aus und begegneten Menschen, deren Arbeitsalltag ihnen bisher kaum vertraut war. Ein weiterer Besuch wurde am 1. Oktober nachgeholt.

Ein Arbeitstag in einem anderen Betrieb

Ute Roll aus der Montage und Verpackung verbrachte ihren Schichtwechsel im Kundenservice der Stadtwerke Emden. Sören Schmitz zeigte ihr den Standort in der Pottgießerstraße; danach begrüßte Ute Kundinnen und Kunden, begleitete Beratungsgespräche und sah zu, wie Verträge abgeschlossen werden. Sören wurde seinerseits neugierig auf die Arbeit bei der obw und äußerte den Wunsch nach einem Gegenbesuch.

Aus der Werkstatt ins Handwerk

Ein junger Mann arbeitet mit einem Akkuschrauber in einer Werkstatt. Dahinter steht eine weitere Person und schaut zu.Gleich mehrere Beschäftigte lernten handwerkliche Tätigkeiten kennen. Yves Sassenrath aus der middenmang-Manufaktur schloss mit Erich Heilhecker von Rehbein Heizung & Sanitär einen Wasserspeicher an. Die Zusammenarbeit begeisterte Erich: „Er kann so bei uns anfangen!“ Auch Yves hatte Freude an den Aufgaben und könnte sich vorstellen, später in diesem Bereich zu arbeiten. Robert Kallage aus dem Garten- und Landschaftsbau war mit Thomas Thesinga im Kundendienst von Elektro Barth unterwegs. Sie schlossen Pumpen an, legten Zuleitungen, bohrten und zogen Kabel durch die Wand. Für beide war es ein toller Tag. Mike Retzlaff war unterdessen mit Mathias Fischer beim Gebäudemanagement der Stadt Emden zu Gast. In den Werkstätten hinter dem VHS-Gebäude lernte er Aufgaben der Tischler, Maler und Maurer kennen, arbeitete beim Leimen, Bohren, Streichen und Lackieren mit und begleitete einen Außeneinsatz an der Förderschule Emden. Am besten gefiel ihm das Malen und Lackieren.

Jörg Harms aus der Werkstatt Friesland besuchte das Sanitätshaus Janssen. Er schaute Markus Bauer bei der Herstellung von Einlagen und Prothesen über die Schulter und unterstützte ihn teilweise. Mit Merle Janssen und Tanja Geuken erkundete er das Sanitätshaus und lernte Hund Emmi kennen. Besonders freute sich Jörg darüber, neue Menschen getroffen zu haben.

Zwei männliche Perseonen arbeiten an Hilfsmitteln in einer Werkstatt.

Zu Gast in der Verwaltung und Industrie

3 Teilnehmende des Schichtwechsels stehen vor der Agentur für Arbeit in Emden.Auch abseits des Handwerks gab es viel zu entdecken. Justin Holz aus der middenmang-Manufaktur begrüßte mit Daniela Peters Besucherinnen und Besucher am Empfang der Agentur für Arbeit, war bei Terminvereinbarungen dabei und informierte sich im Berufsinformationszentrum über Lagerlogistik. Thorsten Hippen aus der Montage und Verpackung begleitete den Hausmeisterdienst der Agentur für Arbeit: Er half bei der Reparatur eines Waschbeckens und arbeitete mit dem Laubsauger. Johannes Wiltfang aus dem Garten- und Landschaftsbau erhielt ebenfalls einen Einblick in das Berufsinformationszentrum.

Daniel Gerwin aus der middenmang-Manufaktur lernte im Gesundheitsamt der Stadt Emden unter anderem die Hör- und Sehtests bei Einschulungsuntersuchungen kennen. Einen Sehtest für Lkw- und Busfahrer durfte er selbst ausprobieren – und meisterte ihn mit Bravour. Hermann Schlüter-Adelmund begleitete Heike Dirksen im Fachdienst Personal der Stadt Emden. Sie holten Post ab und verteilten sie im Haus. Hermann sah das Büro von Oberbürgermeister Tim Kruithoff und den Ratssaal. Sein augenzwinkerndes Fazit nach den vielen Wegen: „Wir sind sehr viele Treppen gelaufen!“

Sebastian Lesch, ebenfalls aus dem Garten- und Landschaftsbau, besuchte die Intralogistik bei Wildeboer Bauteile. Nach einer Sicherheitsunterweisung durch Daniel Rolfes lernte er Warenannahme, Kommissionierung und Versand kennen. Überrascht hat ihn, wie leise es in den Hallen trotz der vielen automatisierten Abläufe war. Sebastian durfte selbst einiges ausprobieren und mochte besonders den Humor im Team.

Die Arbeit bei der obw selbst erleben

In den Arbeitsbereichen der obw packten die Gäste ebenso tatkräftig mit an. Svenja Wollscheit von der Fachstelle Inklusion der Stadt Emden verpackte mit Ronja und Dennis Montageplatten. Der klare Arbeitsauftrag gefiel ihr; mit der Zeit ging den dreien die Arbeit immer besser gemeinsam von der Hand. Britt Hoffmann aus dem Recruiting und der Personalentwicklung der Stadt Emden verfolgte in der Wäscherei den Weg der Wäsche: von der Annahme über Sortieren, Waschen und Trocknen bis zum Mangeln. Dass eine Maschine bis zu 60 Kilogramm Wäsche fasst, beeindruckte sie besonders. Gersvind Valentin-Settgast von der Stadt Emden arbeitete in der Emder Lohnfertigung an einem Auftrag zur Kabelkonfektionierung mit. Die praktische Arbeit und die Gespräche mit den Menschen vor Ort empfand sie als bereichernd.

Zwei Frauen stehen vor einem Roll-Up zum SchichtwechselIn der obw Floristik zeichnete Iris Kraft von der Agentur für Arbeit gemeinsam mit Sabrina Wassermann Waren für die Weihnachts-Werkstatt aus. Bei einem Rundgang sah sie außerdem die Ledermanufaktur und die Wäscherei. Nach dem Tag auf den Beinen rechnete sie scherzhaft mit Muskelkater – und konnte sagen: „Ich kenne jetzt das gesamte Weihnachtssortiment!“ Patricia Hering von der Agentur für Arbeit frühstückte mit den älteren Mitarbeitenden der middenmang 60plus, strich mit der Gruppe Holzfische an und erlebte, wie angepasste Arbeit, Gemeinschaft und Erholung dort zusammengehören. „Es war eine tolle Erfahrung“, sagte sie.

Weitere Gäste

Jochen Rehbein von Rehbein Heizung & Sanitär stellte in der middenmang-Manufaktur Holzobjekte her und goss Kerzen. Ihn interessierte, wie Aufträge in Arbeitsschritte aufgeteilt und durch Bildanleitungen zugänglich gemacht werden. Auch die Produktmotive gefielen ihm: Die Zeichnungen auf Tassen und Beuteln stammen von Mitarbeitenden selbst.

Tomke Ostendorp von Wildeboer Bauteile besuchte die „Muukjes“ im Kinnerhuus middenmang Borssum. Nach dem gemeinsamen Frühstück in der Krippengruppe ging es mit den Kindern zum Spaziergang an den Seedeich.

Marcel Freese vom Sanitätshaus Janssen half in der Werkstatt Friesland, Winkel für einen Auftrag zu biegen. „Davon werde ich heute Nacht wohl träumen“, scherzte er. Beim Wocheneinkauf fuhr er mit Dominic im Rollstuhltransportrad los. Für Marcel, der beruflich mit Hilfsmitteln zu tun hat, wurde dabei unmittelbar erlebbar, was solche Hilfsmittel im Alltag ermöglichen.

Kjell Fuhrmann, Auszubildender bei Elektro Barth, kümmerte sich mit Jan Bleekers Garten- und Landschaftsbau-Team um zwei Spielplätze. Laub saugen, Rasen mähen und Hecken schneiden standen auf dem Programm. „Ich würde jederzeit wieder einen Schichtwechsel mitmachen“, sagte Kjell. Jan lobte sein Interesse und die zugewandte Zusammenarbeit mit dem inklusiven Team.

Ein Nachholtermin voller Begegnungen

Weil Melli Boekhoff am eigentlichen Aktionstag verhindert war, holte sie ihren Besuch bei der obw am 1. Oktober gemeinsam mit ihrer Tauschpartnerin Ute Roll nach. Die beiden kennen sich sogar seit Kindertagen. Bei einem Rundgang lernte sie unterschiedliche Arbeitsbereiche bei der obw kennen – von der ruhigen Seifenherstellung bis zur großen Halle der Montage und Verpackung. Ihr fiel auf, wie gut die Fachkräfte zu den Menschen und den jeweiligen Anforderungen passen. Besonders beeindruckte sie Utes Fähigkeit, feinste Nuancen wahrzunehmen.

In der anschließenden Feedbackrunde sprach Melli begeistert über die Herzlichkeit und Dankbarkeit, die sie in der Herderstraße 19 erlebt hatte. Viele Mitarbeitende wollten ihr ihre Aufgaben zeigen und begegneten ihr offen und neugierig. Wie wertvoll die Arbeit vor Ort ist, war für sie deutlich zu spüren. In einer späteren Nachricht hob sie auch die Begleitung durch das Team sowie die Initiative und Unterstützung der Geschäftsführung hervor. Ihr Lieblingsbild des Tages ist ein kleines Gruppenfoto, weil es dieses gemeinsame Miteinander für sie festhält. An der Feedbackrunde nahmen auch Gruppenleiter Markus Bracklo, obw-Geschäftsführer Jörn Malanowski und Sebastian Lesch teil, der dort von seinem eigenen Schichtwechsel berichten konnte.

Gruppenbild zum Schichtwechsel 2026.

Begegnungen, die weiterwirken

„Beim Schichtwechsel geht es um den Austausch, das gegenseitige Kennenlernen und auch das gegenseitige Verständnis für die Arbeit, die geleistet wird“, sagte Jörn Malanowski bei der Feedbackrunde zum Aktionstag. Die Berichte zeigen, wie das gelingt: durch gemeinsames Arbeiten, offene Fragen und Zeit füreinander. Der bundesweite Aktionstag soll Vorurteile über Werkstattarbeit abbauen und Menschen mit Beeinträchtigung Einblicke in Tätigkeiten auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt ermöglichen.

Tauschpartner der obw waren die Stadtwerke Emden, das Sanitätshaus Janssen, Elektro Barth, Wildeboer Bauteile, Rehbein Heizung & Sanitär, die Agentur für Arbeit Emden und die Stadt Emden. Oberbürgermeister Tim Kruithoff unterstützte den Aktionstag als Schirmherr; bei der Feedbackrunde wurde er von Stadtrat Volker Grendel vertreten. Danke an alle Teilnehmenden, Betriebe und Einrichtungen sowie an die Kolleginnen und Kollegen, die den Tag vorbereitet und begleitet haben.

Die Stadtwerke Emden und Elektro Barth sind seit dem ersten Schichtwechsel der obw dabei – beide nun bereits zum vierten Mal. Aus Mellis Team bei den Stadtwerken liegt sogar schon die erste Anmeldung für den nächsten Schichtwechsel vor. Der nächste Aktionstag ist für den 23. September 2027 vorgesehen.

Gruppenbild vom Schichtwechsel 2026

Weitere Informationen zum bundesweiten Aktionstag: schichtwechsel-deutschland.de

Hier geht es zur Bildergalerie „Schichtwechsel 2026“.